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Formen der Elternarbeit Den vorgenannten Zielen entsprechen viele verschiedene Formen der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, wie folgende Tabelle verdeutlicht: | Kategorie | Formen der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft | | Angebote vor Aufnahme des Kindes | erster Kontakt zu Eltern Anmeldegespräch Vorbesuche in der Gruppe/Klasse Einführungselternabend Hausbesuche oder Telefonanrufe vor Beginn des Kindergarten- bzw. Schuljahres | | Angebote unter Beteiligung von Eltern und Pädagog/innen | Elternabende Elterngruppen (mit/ohne Kinderbetreuung) themenspezifische Gesprächskreise Treffpunkt für Alleinerziehende Vätergruppe Treffpunkt für Migranten Gartenarbeit Kochen für Kinder Spielplatzgestaltung Renovieren/Reparieren Elternbefragung | | Angebote unter Beteiligung von Familien und Pädagog/innen | Feste und Feiern Bazare, Märkte, Verkauf von Second-Hand-Kleidung Freizeitangebote für Familien (z.B. Wanderungen, Ausflüge) Bastelnachmittage Spielnachmittage Kurse (z.B. Töpfern) Familiengottesdienste Vater-Kind-Gruppe/-angebote Familienfreizeiten | | Eltern als Miterzieher | Mitwirkung von Eltern bei Aktivitäten, Beschäftigungen und Spielen Projekte unter Einbeziehung der Eltern (z.B. Besuche am Arbeitsplatz, Vorführung besonderer Fertigkeiten) Kurse für Kinder oder Teilgruppen (z.B. Sprachunterricht, Schwimmkurs, Töpferkurs) Begleitung der Gruppe/Klasse bei Außenkontakten Kita: Einbeziehung in die Entwicklung von Jahres- und Rahmenplänen, die Planung von Veranstaltungen und besonderen Aktivitäten, die Gestaltung von Spielecken usw. | | Angebote nur für Eltern | Elternstammtisch Elternsitzecke (auch im Garten) Elterncafé Treffpunktmöglichkeiten am Abend oder am Wochenende Elterngruppe/-arbeitskreis (allgemein, themen-/ aktivitätenorientiert, Hobbygruppe) Väter-/Müttergruppen Angebote von Eltern für Eltern Elternselbsthilfe (z.B. wechselseitige Kinderbetreuung) | | Einzelkontakte | Tür- und Angelgespräche Termingespräche Telefonkontakte (regelmäßig oder nur bei Bedarf) Mitgabe/Übersendung von Notizen über besondere Ereignisse Bildungs- und Lerngeschichten Portfolios Tagebücher für jedes einzelne Kind Beratungsgespräche (mit Mutter, Eltern, Familie; unter Einbeziehung von Dritten), Vermittlung von Hilfsangeboten Hospitation Hausbesuche | | informative Angebote | Elternbriefe/-zeitschrift, Newsletter schwarzes Brett Ausleihmöglichkeit (Kinderbücher, Spiele, CDs, DVDs, Erziehungsratgeber) Buch- und Spielausstellung Beratungsführer für Eltern Auslegen von Informationsbroschüren Fotowand Homepage Kita: Tagesberichte Kita: schriftliche Konzeption | | Elternvertretung | Besprechung der Ziele und Methoden der pädagogischen Arbeit Einbeziehung in die Planung, Vorbereitung und Gestaltung besonderer Aktivitäten und Veranstaltungen Einbindung in Organisation und Verwaltungsaufgaben Kita: gemeinsames Erstellen der Jahres- und Projektpläne Kita: Einbeziehung in die Konzeptionsentwicklung | | kommunalpolitisches Engagement | Eltern als Fürsprecher der Kita/Schule Eltern als Interessensvertreter für Kinder Zusammenarbeit mit Elternvereinigungen, Initiativgruppen, Verbänden und Einrichtungen der Familienselbsthilfe |
Natürlich kann eine Kindertageseinrichtung bzw. Schule nur einige dieser Formen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft anbieten. Bei deren Auswahl sollte sie den Bedürfnissen, Erwartungen und Interessen der Familien vor Ort entsprechen. Das bedeutet, dass Erzieher/innen und Lehrer/innen zunächst im Rahmen einer Situations- und Bedarfsanalyse die Lebenslagen der Mütter, Väter und Kinder erfassen und deren Wünsche ermitteln sollten. Erwartungen an die Elternarbeit können im Gespräch und bei Elternveranstaltungen erfasst werden, aber auch per Fragebogen. Letzteres ist eine sehr effektive und effiziente Methode, insbesondere wenn die Antworten vorformuliert sind und nur noch angekreuzt werden müssen. Wurden die Wünsche der Eltern erfasst, ist bei der Auswahl von Formen zu beachten, dass möglichst alle Mütter und Väter erreicht werden sollten - sowohl solche, die sich z.B. mehr für Fachthemen interessieren, als auch solche, die lieber etwas Praktisches machen, sowohl solche, die eher vor- bzw. nachmittags Zeit haben, als auch solche, die nur am Abend oder am Wochenende kommen können (etc.). In der Regel müssen also recht unterschiedliche Formen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft angeboten werden, um den Bedürfnissen, Erwartungen und Wünschen der Mütter und Väter zu entsprechen. Dabei sollte aber immer auch das auf Seiten der Eltern und auf Seiten der Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen zur Verfügung stehende Zeitbudget berücksichtigt werden. Durch eine Jahresplanung kann sichergestellt werden, dass sich Angebote nicht zu bestimmten Zeiten im Jahresverlauf ballen. Wenn sich eine Kindertageseinrichtung oder Schule für ein bestimmtes Angebot für Eltern entschieden hat, ist es oftmals sinnvoll, Qualitätsstandards für die ausgewählten Formen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zu entwickeln - und diese dann auch in der praktischen Arbeit zu berücksichtigen. Besonders wichtig ist, dass immer wieder überprüft wird (z.B. durch Elternbefragungen), ob die Kindertageseinrichtung bzw. Schule wirklich die Bedürfnisse und Erwartungen der Eltern erfüllt und den Qualitätsansprüchen entspricht.
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